Die Geschichte des «Pot-au-Lait»
Das «Pot-au-Lait» (wörtlich übersetzt ‘Milchtopf’) ist ein absoluter Pflichtbesuch und liegt im Herzen Lüttichs. Die Besucherpalette reicht von jungen Studenten bis zu Erwachsenen. Es zählt zu den klassischen Treffpunkten in Lüttich.

Das Lokal und seine einzigartige Deko verändern sich ständig mit dem Laufe der Zeit. Es beherbergt von morgens bis morgens eine angesagte, eigenständige, militante, alternative, künstlerische und junge als auch weniger junge Besucherschar und bietet eine grosse Auswahl an Bieren und Musikveranstaltungen.

Das «Pot-au-Lait» befindet sich in der Fussgängerzone, Rue Soeurs de Hasque 9, im Stadtzentrum von Lüttich. Das Haus Nummer 9 ist ein wunderschönes Haus aus dem 19. Jahrhundert, welches verschiedene Vereine mit gemeinnützigem oder kulturellem Interesse beherbergt.

Das Gebäude wurde am ehemaligen Standort eines Klosters errichtet, das Ende des 19. Jahrhunderts Ordensschwestern eines anderen Klosters aus der Stadt Hasselt aufgenommen hatte.

Die Stadt Hasselt wurde in Lüttich oft «Haske» genannt, und somit wurde die Strasse nach den Ordensschwestern benannt.

Warum «Pot-au-Lait» ?

Woher kommt der Name «Pot-au-Lait» fragen Sie sich? Zu Recht! Die Geschichte führt uns nach Paris zur Zeit des Mittelalters.

In einem seiner berühmten Gedichte «Die Testamente» hinterlässt François Villon (1430-1484) einem engstirnigen und moralischen Pfarrer eine Einrichtung namens “Le Trou Perrette”. Der Name führt auf ein Lokal zurück, das schon im Jahre 1150 in Paris bestand und den Namen «Le Trou Perrette», trug.

In den 60er Jahren beschliesst eine Studentengruppe der Universität Lüttich, ein Lokal in den Kellergewölben der Rue St. Remy zu eröffnen. Sie zählt zu den ältesten Strassen Lüttichs. Diese jungen, sehr gebildeten Studenten, beschlossen ihrem Lokal den Namen «Le Trou Perrette» zu geben. Nach einigen Jahren und unzähligen geleerten Bierfässern, kommt es zur Schliessung des Lokals.

Zu Beginn der 70er Jahre, kurz nach Mai ’68, eröffnet die Studentenvereinigung der Universität Lüttich, ein sehr engagiertes Lokal in den Kellerräumlichkeiten eines Hauses Place Emile Dupont, nur einen Steinwurf von der Rue St. Remy entfernt. In Ahnlehnung an das vorherige Lokal benennen sie es erneut «Le Trou Perrette».

Das Lokal Place Emile Dupont schliesst im Jahre 1973, aber eine Gruppe von Studenten schliesst sich zusammen um eine neue Institution in Lüttich zu schaffen. In diesem Lokal wurden frei von jeglichen Einschränkungen, Filmvorführungen, Konzerte, Debatten und Thementage organisiert. Diese Einrichtung wurde 1975 in einem Teil der Räumlichkeiten der Rue Sœurs de Hasque Nummer 9 eröffnet und wurde, dreimal dürfen Sie raten… «Le Trou Perette» benannt. Das Lokal zählt jahrelang zu den Topadressen Lüttichs, hunderte Veranstaltungen und legendäre Konzerte wurden organisiert, wie z. B .Renaud, Higelin, Dr. Feelgood, Chet Baker…

Im Jahr 1979 ist das Lokal so erfolgreich, das ein weiteres Lokal neben dem «Trou Perrette» eröffnet wird. In einem Brainstorming einigt man sich auf den Namen «Pot-au-Lait» in Anlehnung an eine Fabel eines französischen Dichters namens Jean de La Fontaine (1621-1695) . Eine seiner Fabelgeschichten trägt den Namen «Die Milchhändlerin und ihr Milchtopf».

Im Jahr 1981 schliesst das Lokal «Le Trou Perrette», das Lokal «Pot au Lait» bleibt wiederum bis zum jetzigen Tag bestehen

Und dies ist die Geschichte des «Pot-au-Lait».